Moin

Am Osterwochenende begaben wir uns auf einen Trip nach Hamburg, der mir zum Geburtstag geschenkt wurde. Da ich die Stadt noch nie gesehen habe und zudem noch das Musical “Der König der Löwen” besuchen konnte, war die Vorfreude dementsprechend sehr groß. Über Hamburg hörte ich bisher nur Gutes und vom Musical erwartete ich ein emotionales Fest. Samstagfrüh ging die Reise los und am Sonntag wieder zurück.

Das Wetter war durchgehend unbehaglich. Sehr eisig, verschneit und anschließend regnerisch. Optimale Voraussetzungen, um stundenlang draußen zu verbringen? Definitiv nicht. Aber man will ja auch etwas sehen, richtig? Wir ließen uns davon trotzdem nicht die Laune verderben. Pech nur, dass mein Körper mir im Laufe des Nachmittags mitteilte, dass es nicht mehr lange weitergeht. Es überkam mich ein Schüttelfrost, leichte Gelenkschmerzen und übelste Rückenschmerzen. Gerade frisch 30 Jahre alt geworden – da kann doch nur ein Shutdown des Körpers stattfinden. Ich wollte aber auf keinen Fall das Musical verpassen, das um 20 Uhr stattfinden sollte. Also biss ich mich durch. Wir aßen am Hafen Fish and Chips und hatten ein bisschen Gelegenheit uns aufzuwärmen und auszuruhen. Nur wurde ich nicht richtig warm und das Essen lag mir auch nicht gut im Magen. Geschmeckt hat es aber.

Das Ende vom Lied ist: Auf der Fähre zum Stage Theater habe ich im Strahl gekotzt, bei meiner Freundin zeigten sich die ersten Symptome während des Musicals und danach musste ihr Magen sich auch seines Inhalts gewaltsam entledigen. Nichtsdestotrotz haben wir Tränen während der Aufführung vergossen, befanden uns in Fiebertrance und mussten am folgenden Tag unser Checkout um drei Stunden nach hinten verschieben, weil wir nicht in der Lage waren uns zu bewegen. Ich befürchte wir wirkten so als hätten wir die gesamte Nacht durchgemacht, uns volllaufen lassen oder hätten sonstige Substanzen geschmissen. Never judge a book by its cover.

Soziales Verhalten

In sozialen Situationen, insbesondere bei einer Zusammenkunft von vielen unbekannten Menschen, verhalte ich mich völlig unbeholfen. Meine natürliche Reaktion ist mich so gut wie nicht in Konversationen einzumischen, wenn mich keiner direkt anspricht.

Letztens bin ich in der Stadt auf eine ehemalige Klassenkameradin gestoßen. Wir hatten zwar außerhalb der Schule nicht allzu viel miteinander zu tun, gelegentlich wurde ich aber zu Geburtstagen aus diesem Freundeskreis eingeladen. Ein anderer Faktor war natürlich auch, dass man sich täglich in der Schule gesehen hat. Nun ist es immer, egal mit wem, den man schon etwas länger nicht mehr gesehen hat, ein Austausch aus oberflächlichen Informationen. Small Talk. Ugh. Ich bin so schlecht im Small Talk. Eins meiner schlechtesten Fähigkeiten. Ich kann sie nicht mal als Fähigkeit bezeichnen, denn allzu fähig bin ich darin wirklich nicht.

Manche verstehen das Verhalten von meiner Seite als Antipathie und/oder Desinteresse. Klar interessiert mich dein emotionaler Zustand, was du so gemacht hast und wie du zur Welt und der Menschheit stehst. Aber manchmal kommt man gar nicht zu diesen Themen. Irgendwie ist es ja auch schade, dass man zu vielen Menschen in seinem Leben einfach den Faden verliert. Und wundert sich im Nachhinein immer, wieso man sich mal verstanden hat. Wie hat man sich eigentlich angefreundetß Kann man sich auch später nochmal verstehen? War es der Gruppenzwang? Eine situationsbedingte Freundschaft? Weil es gerade in dem Zeitpunkt gepasst hat? So ist das wohl mit Menschen und so wird es immer bleiben. Aber es hat auch etwas Schönes, wenn man einfach die positiven Dinge in Erinnerung behält. War es zu dem Zeitpunkt gut, wird es auch in diesem eingefrorenen Zustand mit in die Zukunft genommen. Und wenn beide Seiten sich bemühen, so sehe ich da auch keine Hindernisse darin eine alte Freundschaft wieder neu aufzubauen. Trotz unser tollen vernetzten Welt fällt es uns schwer den Kontakt zu allen Menschen, die wir kennen, den Kontakt auf regelmäßiger Basis zu halten. Damit wäre man am Tag ja stundenlang beschäftigt.

Hauptsache man lebt in Harmonie miteinander, wa.

Das Phantom der Oper.

Ich kenne mich nicht gut mit Musicals aus. Meine einzige Erfahrung waren Die Schöne und das Biest und The Rocky Horror Picture Show. Beides in meinen Augen gut gemachte Produktionen. Aber das Phantom der Oper, das gestern im Maritim Hotel Bonn stattfand, war ein absoluter Witz. Ich hatte keinerlei Erwartungen, zumal ich das Musical gar nicht kenne und ließ mich einfach überraschen. Hätte ich nicht so herzhaft gelacht, würde ich mich über die 65€ Eintritt ärgern.

Die Atmosphäre war schon mal überhaupt nicht einladend. Ein Blick in den Saal ließ meine Innereien zusammenkräuseln. Hässliche Konferenzstühle und eine leicht abgewrackte, kleine Bühne. Bisschen Abzocke fand ich auch die Garderobe mit 2€. Ich als Geizhals gehe einfach davon aus, dass man für eine Veranstaltung bezahlt und wenigstens kostenlos dafür gesorgt werden kann, dass man seine Jacke ablegt. Jaja, hätte ich ja nicht abgeben müssen. Nächstes Mal verzichte ich dann einfach darauf. Kennt ihr das? Selbst wenn es sich um kleinste Beträge handelt und ihr es einfach bereut sie ausgegeben zu haben für etwas total sinnloses? Und nächstes Mal bestelle ich einfach die billigsten Eintrittskarten. Der Saal war zu 40% leer und am Ende hat sich eh jeder seinen Wunschplatz ausgesucht, da kein Mensch kontrolliert hat. Bestimmt auch ärgerlich für die Leute, die eine teure Karte besorgt haben.

Als das Orchester – oder besser gesagt die Band – erschien, wuchs erneut der Zweifel in der Professionalität der Veranstaltung. Leider bestätigte sich dieser Zweifel in schiefen Tönen der Geige, wenn sie als erste einsetzte. Die hatte wohl einen schlechten Tag. Die Darsteller haben nicht immerzu synchron getanzt. Und in einem Lied waren zwei Sänger auch leicht aus dem Takt. Es gab auch einen Moment, wo es mir erschien als hätten sie einen kleinen Texthänger. Und dass eine fast 60-jährige Frau ein junges Chormädchen spielt, ist auch… interessant.

Aber genau diese Akkumulation an Fehlern hat die Show so amüsant gemacht. In der Pause habe ich mir Bewertungen der bisherigen Auftritte durchgelesen und konnte mich gar nicht mehr einkriegen vor lachen. Wie sehr man sich in der Werbung in den Himmel loben kann und sich mit “Weltstars” rühmt.

Aber was soll’s. Hört sich alles so schlimm an, aber als Zuschauer sollte man das eh alles nicht zu ernst nehmen. Letztendlich stecken auch nur Menschen dahinter, die da ihren Job machen und möglicherweise noch richtig Bock drauf haben. Also: no hate.

2018

Frohes neues Jahr 2018 an alle Leser, die sich noch hierher verirren! Ich weiß, dass meine Frequenz der Einträge drastisch abgenommen hat. Mittlerweile habe ich sowieso das Gefühl, dass sein Mitteilungsbedürfnis im Internet gar nicht mehr so wie früher ausleben kann und man immer auf der Hut sein sollte, was und auf welche Art und Weise man etwas von sich und seinen Gedanken preisgibt. Klingt etwas paranoid und es ist ja auch tatsächlich so, dass ich gar nicht mal großartig was zu erzählen habe. So ist es wohl mit einem ereignislosen Leben und weniger Freizeit.

Gibt es Pläne für das Jahr 2018? Ich bin nicht unbedingt der Mensch, der sich für das Jahr XY gewisse Tätigkeiten vornimmt. Ich lebe einfach mit dem, was auf mich zukommt und was mein Gehirn fabriziert. Es gibt natürlich eine Sachen, die ich wirklich mal in die Tat umsetzen möchte. Nichts großes, wie z.B. ein Sticker Set für Messages im App Store anbieten. Oder bei LINE. Oder beides.

Ansonsten: Einfach weitermachen.

Lauernde Spinne

Die Spinne unter dem Boden

Was Insekten, insbesondere Spinnen betrifft, bin ich sehr paranoid. Sie bereiten mir großes Unbehagen. Ich spinne (ha, Wortspiel) mir dann diverses Zeug zusammen und stelle mir vor, dass irgendwo die große Mutterspinne hinter der Wand oder unter dem Boden lauert und nur darauf wartet mich nachts zu töten. URKS, da zieht sich alles in mir zusammen.