Stehen oder sitzen

Die lange Pendelei mit dem Zug geht erstens ganz schön ins Gesäß (ich sitz ja schon 8 Stunden auf der Arbeit!) und zweitens verführt sie stark dazu einfach weiterzuschlafen, wenn der Wagen ruhig schaukelt. Ich finde zu Hause nie richtig die Ruhe und die Zeit Bücher zu lesen. Ich lasse mich einfach zu leicht ablenken. Also verschiebe ich meine Lese-Sessions am liebsten in die einstündige Zugfahrt, die ich zwei Mal täglich hinter mich bringe. Allerdings fällt es mir dabei schwer meine Augen offen zu halten. Oftmals drifte ich in einen nackenverrenkenden Schlaf ab, den ich immer bereue, und bin dann zu nichts mehr zu gebrauchen. Reif für die Biotonne. Also habe ich mir die kommenden Tage vorgenommen mich einfach nicht hinzusetzen. Denn im Stehen kann ich nicht so leicht in einen Schlaf hinabtauchen. Also lese ich einfach im Stehen. So wie damals in meiner Zeit in Tokyo, als ich jeden Morgen und Abend, aufgrund von Platzmangel, stehend in der Bahn las und dadurch 18 Bücher innerhalb von 6 Monaten verschlang. Mein persönlicher Rekord. Ob ich mich immer an die Inhalte der Bücher erinnere, ist eine andere Frage.

Heute habe ich dieses Experiment erfolgreich bestanden und bin gespannt, mit wie vielen gelesenen Büchern ich am Ende des Jahres dastehen werde. Ja, ich bin sehr optimistisch, dass ich das durchhalten werde  Hoffentlich werde ich dann über ein Buch stolpern, das mich wirklich begeistert.

Eine Buchempfehlung habe ich: I’ll Give You the Sun von Jandy Nelson.

Einfach liegen gelassen

Find ich ja wunderbar, wenn man als Hundebesitzer die Kacke seines Hundes nicht wegmacht. Auf dem Weg zum Bahnhof habe ich eine Frau auf ihrem Fahrrad beobachtet, die ihren Hund erst von der Leine ließ und weiterradelte während der Hund hinter ihr her lief. Dieser musste dann auf dem Zebrastreifen kurz Halt machen, um seinen Ballast loszuwerden. Die Frau drehte sich in dem Moment um und rief empört ihrem Hund zu, dass sie ja für diesen Scheiß (wortwörtlich, ha!) keine Zeit hätte und fuhr einfach weiter. Hey, das nächste Mal räumst du aber bitte die Scheiße weg, ja. Kthxbai.

Hundekacke

Torpedo

Wer kennt das nicht. Man sitzt auf dem Pott und lässt seine Köttel los. Und wenn die Bälle und Würste in einem blöden Winkel fallen, kriegt man die Toilettensuppe schön gegen den Po gespritzt. Eine gute Lösung: paar Blätter Klopapier auf das Wasser legen.

Spritzwasser

Den Faden verlieren

Mir passiert das sehr häufig, dass ich ein Spiel anfange und nach einer Weile lange Zeit liegen lasse bis ich es wieder aufgreife. Bis dahin habe ich aber schon mehr als die Hälfte der Story vergessen und weiß nicht mehr, wo ich mich befinde und was ich als nächstes zu tun habe, sodass ich leicht demotiviert das Spiel wieder beende und wieder Staub sammeln lasse. Vorbei sind die Zeiten des fröhlichen Spielens. Ehrlich gesagt fehlt mir das schon ein wenig. Was Freizeitbeschäftigung betrifft, die gerne als Zeitverschwendung angesehen werden – wie z.B. spielen, Serien schauen etc. – habe ich mein Durchhaltevermögen verloren. Das hört sich so angeberisch an. Möchte keinesfalls damit zum Ausdruck bringen, dass ich etwas “besseres” zu tun hätte, aber immer gibt es dringendere Dinge zu tun. Dinge, die mir Nacken sitzen und getan werden müssen. Ja, mir fehlt diese allerschlimmste Langeweile in der ich mich frage, was ich denn tun könnte ohne im Hinterkopf zu haben: Ja eigentlich müsstest du ja noch dies und das tun… Die reinste Form der Langeweile. Die wünsch ich mir! Manchmal.

Wo war ich nochmal?

Schlafen ohne Scham

Wenn ich im Sitzen einschlafe, dann klappt mein Mund automatisch auf. Morgens im Zug bin ich besonders müde und gönn ich mir noch ein paar Minütchen Schlaf. Um meinen Mitmenschen diesen grotesken Anblick zu ersparen, trage ich seit kurzem eine Maske. Diese Art von Maske, die Asiaten tragen, wenn sie krank sind, Angst davor haben angesteckt zu werden oder einfach ihr ungeschminktes Gesicht nicht zeigen wollen. Allerdings ist diese Maske aus Stoff und sieht daher nicht so klinisch aus. Wie genussvoll ich jetzt schlafe – es ist ein Traum!

Aber… ich weiß nicht, ob es Einbildung ist. Die Menschen scheinen mich nun vermehrt zu meiden, denn jetzt bleibt öfter der Sitz neben mir frei. Vielleicht weil sie denken ich bin hochansteckend?

Schlafen im Zug