Island 2017

Island 2017 Illustration

Da ich kein besonders begnadeter Berichterstatter bin, werde ich nur ein bisschen zusammenhanglos von meiner letzten Reise erzählen.

Erstmal zu den Randinformationen, die uns diese Reise erst ermöglicht haben: Das liebe Geld. Folgendermaßen sahen die Reisekosten pro Person aus.
180€ für den Flug.
90€ für die zentral in Reykjavik gelegene airbnb Unterkunft.
70€ für den Mietwagen.
Wohlbemerkt – wir waren zu viert unterwegs. 4 Tage und 3 Nächte, wobei der 4. Tag nur daraus bestand wieder zurück zum Flughafen zu fahren.

Am Abflugtag ging es schon gut los. Wie sollte man es auch anders erwarten, hatte die Deutsche Bahn mal wieder massive Verspätungen am Start. Gut, dass wir einen Puffer von einer Stunde eingebaut haben, denn wir wissen ja alle wie katastrophal die Zustände dieses Unternehmens sind. Der Regionalexpress von Bonn nach Düsseldorf Flughafen zeigte eine Verspätung von 60 Minuten an. Da die Warterei unzumutbar war und uns keiner garantieren konnte, dass sie überhaupt mal ankommt, haben wir uns entschieden eine alternative Bahn nach Köln zu nehmen und von dort mit einer Umsteigezeit von gerade mal 2 Minuten einen anderen Regionalexpress zu nehmen, blabla. Letztendlich ging alles gut, auch wenn uns dieser Umweg tatsächlich 60 Minuten gekostet hat. Ob wir mit der verspäteten Bahn auch noch rechtzeitig angekommen wären – das werde ich wohl niemals herausfinden.

Der Direktflug ging ca. 3:30 Stunden und war mit airberlin recht erträglich. Von Beinkomfort kann ich mit meinen langen Beinen leider gar nicht schwärmen. Es ist immer wieder ein pain in the ass mit dem Flugzeug zu fliegen. Jedes Mal habe ich das Gefühl, dass man mir die Knie in die Oberschenkel hineinpresst. Kaum stieg ich aus dem Flugzeug drückte noch mein Gehirn gegen die Schädelwand. Ich entwickle so schnell Kopfschmerzen. Wahrscheinlich lautet die Diagnose Gehirntumor. Oder einfach Migräne. Meistens hilft ein starker Kaffee. Vielleicht entstammen die Kopfschmerzen aber auch aus meinem Koffeinentzug. Bin ich süchtig nach Kaffee?

Erstmal mit der VISA Karte einheimisches Geld abheben, damit man sich auch mal was gönnen kann. In Island kann man sich eigentlich gar nicht so viel gönnen. Schaut man sich die Preise mal an, könnten einem die Augen rausfallen. Während wir auf unsere weiteren zwei Reisebegleiter gewartet haben, habe ich versucht mir die Kopfschmerzen aus der Birne zu massieren. Hat nicht funktioniert. Meine große Hoffnung lag in der Blauen Lagune. Vielleicht kann die heiße Therme ja die Schmerzen ausradieren. Denn die war unser erstes Ziel!

Es dauerte ein wenig bis wir den Mietwagenverleih am Flughafen gefunden haben. Und wir verfuhren uns als wir unterwegs zur Blauen Lagune waren. Schlaumeier on the road. Da man feste Uhrzeiten für den Besuch bucht, bringt es auch nichts früher da zu sein, so wie in unserem Fall. Die eine Stunde Wartezeit haben wir im Café mit völlig überteuerten Snacks verbracht. Jeder hat für ein Baguettesandwich knappe 11€ hingeblättert. Kleine Randbemerkung: Diese belegten Sandwiches haben wir im hiesigen Supermarkt “Bonus” entdeckt. Einfach 3x so günstig.
Auch wenn 50€ Eintritt recht pricey sind, lohnt es sich schon mal so eine heiße Quelle zu besuchen. Sicherlich gibt es andere schöne Alternativen, aber die sind mir in Island nicht bekannt. Im Preis inkludiert ist noch eine Silica Mud Gesichtsmaske, die nach Eiern stinkt. Meine Kopfschmerzen waren übrigens nach dem 2-stündigen Besuch der heißen Quelle einigermaßen fort.

Die nächsten Tage verbrachten wir die meiste Zeit im Mietwagen und haben die schöne Landschaft begutachtet. Hier ein paar Fotos.

 

Das Wetter spielte am ersten Tage nicht besonders gut mit. Es regnete den ganzen Tag und leider musste ich feststellen, dass meine Jacke nicht besonders regenfest ist. Was soll’s, ich habe es überlebt ohne krank zu werden.

Kommunikation mit den Isländern funktioniert reibungslos mit Englisch.
Ich trinke ja gerne Milch. Mich interessiert der Milchgeschmack in anderen Ländern. Bisher habe ich die beste Milch in Japan getrunken. Hier in Deutschland find ich sie nicht besonders genießbar, da sie in meinen Worten “kotzig” schmeckt. Jedenfalls war diese Reise natürlich ein guter Anlass die einheimische Milch zu probieren. Wir standen im bereits erwähnten Supermarkt in einem Kühlraum, wo sich alle möglichen gekühlten Produkte befinden. Einfach mal ein begehbarer Kühlschrank im Supermarkt. Die Auswahl an Milchsorten war ein wenig überwältigend. Ebenso überwältigend war meine Ahnungslosigkeit der isländischen Begriffe. Also habe ich eine isländische Dame gefragt, ob sie mir erklären könnte, was ich da gerade in der Hand halte. Es war Sahne. Sie hatte noch ihre vermutlich 15-jährige Tochter zum Einkaufen mitgenommen, die unsere Konversation mitbekommen hat. Einige Minuten später nachdem ich mit ihrer Mutter das kurze Gespräch beendet hatte, kam sie auf mich zu und fragte, ob ich denn weitere Hilfe benötigen würde. Voll nett! Die logischste Schlussfolgerung darauf ist natürlich, dass Isländer besser erzogen sind und besser Englisch können (Vorsicht. Nicht ernst nehmen).

Fazit: Voll schön! Polarlichter haben wir leider nicht gesehen, aber vielleicht schaffen wir das ja bei einer nächsten Reise dorthin.

Malaysia Food Tour: 2015

Mein großer Bruder und seine Frau machen leidenschaftlich gerne YouTube Videos auf ihren Channels Nyonya Cooking und Grace Moments. Ich war bei einem Dreh noch nie dabei, aber während des Urlaubs in Malaysia wurden wir der Ehre zuteil mal hinter die Kulissen zu schauen. Praktisch für uns, denn es wurde viel Essen bestellt und jede Menge probiert. Hier ein kleiner Teasertrailer zum kommenden Video. Bin gespannt auf das Endergebnis!

Malaysia

Mein großer Bruder Matthias feierte am 15. November seine Hochzeit in Kuala Lumpur, Malaysia. Schon viele Monate im Voraus war die Rede davon aus diesem Anlass nach Malaysia zu reisen. Im Juli wurden die Flüge gebucht und am 13. November um 17 Uhr ging es los zum Frankfurter Flughafen. Warum Malaysia? Seine jetzige Ehefrau Grace ist gebürtige Malaysierin und um die große Verwandtschaft ihrerseits mit an diesem Fest teilhaben lassen zu können, beschlossen die beiden eine große Feier in Kuala Lumpur zu veranstalten und nächstes Jahr hierzulande standesamtlich zu heiraten. D.h. also eigentlich sind sie noch nicht offiziell verheiratet.

Der Direktflug dauerte etwa 13 Stunden. Ich nahm mir vor so viele Filme wie möglich auf dem Entertainmentsystem an Bord reinzuziehen, aber letztendlich habe ich nur einen einzigen gesehen (Guardians of the Galaxy), den ich beim ersten Anlauf noch nicht mal komplett geschafft habe, weil mich mittendrin die Müdigkeit überfiel. Mit einer kleinen Verspätung landeten wir um 18 Uhr Ortszeit am Kuala Lumpur International Airport.

Wie erwartet war das Wetter nicht meinem Geschmack entsprechend. Schwüle und warme Luft, Temperaturen bei 30°C. Dennoch ließ es sich die gesamte Zeit über aushalten, selbst mit langer Hose und langärmligen Hemd.
Man kommt sehr einfach mit dem KLIAekspres für umgerechnet 9€ und einer halben Stunde vom Flughafen nach Kuala Lumpur Sentral. Dort erwartete uns auch schon Matthias und organisierte ein Taxi zu unserer ersten Unterkunft.
Diese befand sich relativ in der Nähe der Petronas Towers und somit sehr zentral in Kuala Lumpur.

Marc Residence
Ausblick in den Abgrund.

Die Hochzeit sollte schon am nächsten Morgen beginnen, daher wurde der erste Abend mit einem kleinen Abendessen mit typisch malaysischem Essen abgeschlossen.
Um 8:30 ging es schon los. Beginnen sollte es mit einer traditionellen Teezeremonie. Wir fuhren zum Elternhaus der Braut, wo wir erstmal mit Knallfröschen begrüßt wurden. Der Bräutigam musste sich durch etliche Spiele durchkämpfen, um am Ende zu seiner Braut zu gelangen. Versagte er bei einem Spiel musste er zur Strafe bares Geld zahlen. Männliche Gäste waren einheitlich in einem weißen Hemd, schwarzer Hose und Hosenträgern gekleidet und formten zusammen mit dem Bräutigam ein Team. Die Braut wartete in ihrem Zimmer und beobachtete das lustige Treiben per FaceTime-Übertragung. Ich weiß gar nicht wie lange die Spiele dauerten, aber es verging eine Weile.

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Aus dem Inneren des Hauses beobachtet.

Nach den Spielen wurde erstmal gegessen bis zum Umfallen. Danach begann die eigentliche Teezeremonie. Die Jüngeren servierten den Älteren Tee. Das hat auch einige Zeit in Anspruch genommen, da die anwesende Verwandtschaft zahlreich vorhanden war. Auch mein kleiner Bruder und ich mussten ran. Bei solchen Sachen fang ich immer grundlos an zu zittern, schrecklich.

Serving tea
Nach erfolgreichem Servieren gab es Geld in einem roten Umschlag.

Währenddessen war immer ein angeheuertes Kamerateam dabei, das sich größte Mühe gegeben hat die schönsten Momente einzufangen und später zu einem Video zusammen zu basteln (das übrigens schon existiert, aber noch nicht offiziell hochgeladen wurde und voll schön geworden ist!). Um noch ein paar weitere schöne Shots zu haben, fuhren wir zu den Batu Caves.

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Auf dem Vorplatz steht eine 42,7 Meter hohe Statue des Hindugottes Murugan.

Einer vom Kamerateam hatte eine Drohne dabei, die tolle Aufnahmen aus er Luft gemacht hat. Allerdings stürzte sie wegen einer Windböe hinter der großen Statue ab und wurde erst nach einer halben Stunde irgendwo im Gestrüpp gefunden. Ein paar Schäden trug sie davon, aber die SD-Karte blieb unversehrt.
Nachmittags war erstmal eine kleine Verschnaufpause angesagt, bevor es abends in das Prince Hotel für das Hochzeitsdinner ging. Der Saal war sehr schön und liebevoll dekoriert.

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Main Table.

Das Brautpaar trat in den Saal und schon schossen mir Tränen in die Augen. Ich Heulsuse.
Es wurden kurze Reden gehalten, ein Film vorgespielt, den Matthias extra gemacht hat und das Kennenlernen von Grace und Matthias zeigt (muss ich auch noch posten, sobald es hochgeladen wurde) und wieder gegessen und getrunken. Es gab keine große Party am Ende oder sonstiges. So gegen 22 Uhr klang alles sehr ruhig aus, reihenweise Fotos wurden geschossen und dann wurden auch die meisten Gäste verabschiedet. Es gab eine kleine Afterparty mit dem Restwein in der Suite von Matthias und Grace, aber wir sind relativ früh schon abgeknickt und zurück in unser Apartment gefahren.

Die nächsten Tage verbrachten wir mit Sightseeing und Essen. Eigentlich haben den gesamten Urlaub über nur gegessen. Massenweise. Kein Wunder, dass ich 3kg zugelegt habe.

Am 17. November ging es für drei Tage nach Penang, einer Insel mit einer Flugstunde Entfernung von Kuala Lumpur.
Wir haben Tempel besichtigt, Museen besucht, Street Food ausprobiert (Asam laksa, Roti canai, Char Kway Teow und vieles mehr an deren Name ich mich nicht erinnere…) und waren in George Town unterwegs.

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Roti Canai und Teh tarik (Schwarzer Tee mit Kodensmilch). Richtig lecker.

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Asam Laksa. War leider gar nicht mein Fall… Sehr fischig und säuerlich im Geschmack.

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Pinang Peranakan Museum.

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Kuan Yin Statue, Kek Lok Si Tempel.

Der Strand von Penang an unserem Hotel war relativ unspektakulär. Erinnerte eher an ein Wattenmeer und war nicht für einen Badeurlaub geeignet.

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Penang Panorama.

Nach diesen drei Tagen ging es wieder zurück nach Kuala Lumpur, wo dann auch mal eine Shopping-Tour angesagt war. Uniqlo, Sephora, NARS… es gab Unmengen an Malls. Selbst einen Friseurbesuch haben wir uns nicht entgehen lassen. Und gegessen haben wir auch noch – wer hätte das gedacht.

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Fummeliges Krebs-essen im Restaurant Hakka.

Eine ganz tolle Sache, die wir unternommen haben, war das Breakout: Real Escape Game in der Avenue K Shopping Mall. Irgendwann hat man ja keine Lust mehr auf Museen und Tempel, da musste was anderes herhalten. Bei diesem Spiel wird man für 45 Minuten in einem Raum eingeschlossen, das vollgepackt ist mit Rätseln. Diese muss man lösen, um erfolgreich aus dem Raum fliehen zu können. Es gab fünf Räume mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Bei Bedarf hat man Hinweise bekommen können, aber ehrgeizig (wohl eher stur) wie wir waren, wollten wir am liebsten alles ohne Lösungen und Tipps schaffen. Kann ich nur empfehlen. Beim ersten Raum sind wir gescheitert. Haben aber an unserem Abreisetag noch einen zweiten Raum in Angriff mit höherem Schwierigkeitsgrad genommen, deren Rätsel wir innerhalb von 30 Minuten sogar erfolgreich gelöst haben! Genius.

Schöne Reise, interessantes Land. Sehr viele tolle Eindrücke gewonnen, die ich sicherlich vergessen habe aufzuzählen.
Mehr Fotos in chaotischer Reihenfolge findet ihr auf flickr.

Berlin und Sam Smith

Letzte Woche verbrachte ich mit meiner Freundin fünf Tage in Berlin. Es war übrigens mein erster Besuch in die Hauptstadt Deutschlands. Man kann sich das kaum vorstellen. Fast fünf Stunden dauerte es mit dem ICE nach Berlin Hbf, wo wir von einem Freund empfangen wurden, der erst kürzlich aus beruflichen Gründen dorthin gezogen ist. Er hat die ersten Tage auch ein wenig Fremdenführer gespielt und uns die bekanntesten Sehenswürdigkeiten gezeigt. Na gut, das hätten wir natürlich auch alles alleine schaffen können, aber Begleitung kann ja nie schaden.

Wir übernachteten im 1stfloor Hostel direkt am Ostkreuz Bf. Da in der ersten Nacht kein Doppelzimmer frei war, verfrachtete man uns in ein Einzelzimmer mit Extrabett. Das war echt winzig. Genau die richtige Behausung für den einen Weberknecht, der uns nach 15 Minuten Aufenthalt überraschte und wenige Minuten später auch schon dahinschied. Nach der ersten Nacht bezogen wir ein Doppelzimmer, das allerdings drei Betten beinhaltete und gefühlt schon wieder viel zu groß war.
Das Angebot an Essen ist ja in Berlin sehr vielfältig. Besonders interessiert war aber meine Freundin an koreanischen Restaurants. Welch Wunder bei ihrer Herkunft. Da ich auch großer Korean BBQ Fan bin, hatte ich dagegen keinerlei Einwände. Das erste Lokal, was wir besuchten, nennt sich Gangnam Pocha. Kleiner Laden und gegen 22 Uhr schon gar keine Gäste mehr anwesend. Aber im Ernst, wer geht schon um 22 Uhr noch groß BBQ essen. War lecker und die Preise waren auch in Ordnung. Weitere koreanische Läden, die wir in den Tagen besucht haben, waren Kimchi Princess, Cooking Papa und YamYam. Keine Sorge, ausprobiert habe ich auch zum ersten Mal indisches Essen (Butter Chicken!), die Berliner Currywurst, den berühmten Chicken Döner von Mustafa’s [sic] Gemüse Kebap (voll lecker) und Ketwurst.
Später ging’s dann in einen Club namens Brunnen70, um andere Freunde zu treffen. Cool war, dass man mit einem Lastenfahrstuhl den Laden erreicht. Bier, Bier, Bier.

Am nächsten Morgen begaben wir uns zum Flohmarkt am Mauerpark. Das Wetter war leider nicht sehr berauschend. Durch die langsame Schrittgeschwindigkeit hatte mein Körper keine Chance sich richtig zu erwärmen. Sehr bald waren Hände und Füße durchgefroren. Tiefster Winter. Ich würde nicht sagen, dass es ein typischer Flohmarkt ist mit gebrauchtem Ramsch. Viele kleine Independentläden boten ihr Zeug an ihren Ständen zum Verkauf an und daher war jetzt auch nicht alles besonders günstig. War schön mal hindurch zu schlendern und sich die snicker-snackers (hint Modern Family, Gloria) anzuschauen.

Besonderes Highlight war der Besuch des Sam Smith Konzert im Berghain. Eine ziemlich abgeranzte Location ohne Fenster, in der wohl normalerweise Gay-Partys laufen und abgefahrenes Zeug passiert, was mich jetzt nicht besonders brennend interessiert. Großartiger Sänger.

Um 6 Monate zu überleben

Ich war noch nie so lange weg von zu Hause. Dafür muss man sich ja auch rüsten. Man überlegt im Voraus, was ich alles benötige und was ich nicht benötige. Und während dieser 6 Monate habe ich einige Sachen festgestellt. Lieber liste ich die Dinge einfach auf.

Mir ist aufgefallen, dass…

  • ich innerhalb von 5 Monaten und 3 Wochen eine Packung Zahnseide aufbrauche. Knapp!
  • ein 6er Pack Topfschwämme sehr hilfreich sind und die aus Deutschland besser sind.
  • ich gar nicht so viele Pullover brauche, wie ich dachte.
  • so viele Hemden auch gar nicht vonnöten sind.
  • ich weniger Hosen mitnehmen sollte, da ich abgenommen habe und die alten durch neue ersetzt habe.
  • es gut war Voltaren, Bepanthen und Pflaster einzupacken.
  • Schmerztabletten immer hilfreich sind.
  • ich kein Nasenspray brauche.
  • nicht so viele Socken und Unterwäsche hätte einpacken müssen.
  • zu viele T-Shirts sinnfrei sind.
  • ich nicht ein einziges Mal Geschirrspüler nachkaufen musste, sondern meins aus Deutschland, was ich eh noch übrig hatte, vollkommen ausreichend war.
  • ich 2x Duschgel und 2x Shampoo (jeweils 500ml) nachkaufen musste. Unglaublich wie viel man davon braucht.
  • ausreichend Zucker im Büro vorrätig war und ich gar keine dicke Packung hätten kaufen müssen. Ok, dafür hätte ich stehlen müssen. Gilt also nicht. Nur fast.
  • 500ml Sojasauce nur für 4 Monate ausreichen.
  • ich insgesamt wohl ca. 360 Eier konsumiert habe (2 Eier pro Tag) und mein Cholesterinspiegel dadurch wohl in die Höhe geschossen ist. Auch wenn ich gelesen habe, dass die Angst unbegründet ist.
  • ich Kälte sehr viel besser aushalte als Hitze.
  • 1,5 Packungen Tampons ausreichen. Bei den Binden habe ich den Überblick verloren. Ich glaube 2,5.
  • ich mich nun mit meinen vulgären Kommentaren zurückhalten muss, da mich in Deutschland ja alle wieder verstehen können.
  • ich viel zu selten Feuchtigkeitscreme benutze und ich mit einer Flasche Lotion wohl ein Jahr lang auskomme.
  • Küchenutensilien wie eine Pfanne und ein Pfannenwender für den Anfang sehr nützlich sind. Man weiß ja nicht direkt, wo man sowas kaufen kann. Eine Küchenrolle ebenfalls.
  • ich gar nicht mehr so oft bügel. Sah aber manchmal heruntergekommen aus :)
  • ein schwarzes Hemd und eine schwarze Hose nie schaden (im Falle einer Beerdigung).
  • Streams, um bei den Serien auf dem Laufenden zu bleiben, ganz und gar nicht schlecht sind.
  • mobiles Netz nicht zwingend notwendig ist. Ab und zu mal Wifi zu haben, reicht schon. Trotzdem ist es praktischer auch unterwegs erreichbar zu sein.

Eggs

Takaosan

Wer ein bisschen Natur abseits von Tokyo sucht, kann sie am Takaosan (高尾山) finden. Etwa eine Stunde von Shinjuku entfernt, fährt man mit der Keio Line geradewegs zum Takaosanguchi und landet am Fuße des Bergs.

Am Fuß des Takaosan

Man hat drei Möglichkeiten den Berg zu erklimmen. Entweder man fährt mit dem Sessellift oder nimmt die Seilbahn oder macht sich auf 90 Minuten Wanderweg bis zur Bergspitze gefasst. Wer keine schlimme Höhenangst hat, wird mit dem Sessellift Spaß haben. Zu dieser Sorte gehöre wohl ich. Die Fahrt bis zur Mitte dauert etwa 12 Minuten und ist bei gutem Wetter zu empfehlen. Auf dem Weg darf man sogar für ein Foto posieren und einen Abzug kaufen, um es sich anschließend in sein Poesiealbum zu kleben.

Chair lift

Bis zur Bergspitze muss man allerdings zu Fuß gehen. Dauert etwa 45 Minten und beinhaltet einige Treppen. Man geht an vielen Schreinen und Fressbuden vorbei. Als beliebter Snack für unterwegs dienen hier dango (aus Reismehl und Wasser hergestellte Kugeln). Aber auch Nudelsuppen und nikuman (mit Fleisch gefüllte Teigtaschen) werden zum Verspeisen angeboten.

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Hat man die Spitze in Höhe von 599m erreicht, erwartet einen an sich eigentlich kein besonders spektakulärer Anblick. Kinder und Erwachsene tummeln sich auf dem Platz, breiten sich überall aus und essen eine Runde. Oder schlafen.

Interessanter ist allerdings die Aussicht auf die große und verrückte Stadt Tokyo. Schade, dass der Himmel nicht ganz klar war, denn sonst hätte man den Fuji auch noch erblicken können.

Ausblick auf Tokyo

Da meine Begleitung und ich nicht wie faule Schweine wirken wollten, machten wir auf unserem Rückweg von unseren Beinen Gebrauch. Auch nicht ganz ohne und geht ganz schön in die Knie, da es immer steil bergab geht. Wer hätte das gedacht bei einem Berg.

Ein lohnenswerter Besuch. Im Herbst sicherlich sehr viel schöner durch die bunten Blätter. Hat jetzt noch ein bisschen braun und kahl gewirkt. Trotzdem schön!

Wenn man schon gerade in der Gegend ist, kann man auch direkt nach der Bergwanderung einen Abstecher in das Trick Art Museum direkt am Takaosanguchi Bahnhof machen. Der Eintritt kostet für einen Erwachsenen 1300 Yen (ca. 9 Euro) und bietet lustige Spielereien mit optischen Illusionen.

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Hanami im Yoyogi Park

Die Zeit der Kirschblüten hat so langsam angefangen. Aus diesem Anlass bepacken sich die Japaner mit Bier und Essen und suchen sich einen schönen Platz unter den Sakura Bäumen, um sich hoffnungslos die Kante zu geben. Ich habe das erste Mal ein solches Fest erlebt und die Menschenmengen waren eine absolute Katastrophe.

Kommilitonen, die sich zufälligerweise in Tokyo befinden, haben sich zusammengetrommelt und ein schönes Plätzchen im Yoyogi Park ergattert. Und so begann die Trinkerei.

Hanami

Ghibli Museum

Für Ghibli Fans (Mein Nachbar Totoro, Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland…) ist ein Besuch in das Ghibli Museum in Mitaka unentbehrlich. Allerdings sollte man bestenfalls nicht kartenlos im Museum antanzen, da der Besucherandrang sehr groß ist und man in Gefahr läuft nicht das Museum betreten zu können. Karten im Voraus kann man in jedem LAWSON (Conbini) kaufen. Das geht über den LAWSON Automaten, der den Namen Loppi trägt. Ein Computerterminal für allerlei Dienste und Zwecke. So erspart man sich jegliche Kommunikation mit menschlichen Wesen. Doch ganz ohne Komplikationen ist der Kartenkauf bei mir nicht gelungen. Mein langer Name stellte sich als erstes Hindernis heraus. Lateinische Buchstaben konnte man gar nicht erst eingeben, also musste ich meinen Namen in Katakana schreiben. Was auch ein Akt war, weil ich selten mit solch einer Tasturbelegung in Berührung gekommen bin. Habe mich wie eine Person im hohen Alter gefühlt, die keinerlei Erfahrung mit Computern hat. Normalerweise schreibe ich meinen Namen auf diese Weise:

カタリーナ ハーゲマンkatariina haageman

Mittlerweile frage ich mich wirklich, warum ich das i langziehe. Aber ich kannte es zu dem Zeitpunkt nicht anders und seit der deutschen Schule in Japan schreibe ich meinen Namen auf diese Weise.
Das war aber viel zu lang für das System. Um ein einziges Zeichen. Daher habe ich einfach das Leerzeichen gelöscht. Wieder bekam ich eine Fehlermeldung, denn ein Leerzeichen ist unerlässlich! Beim ersten Versuch habe ich dann schon aufgegeben, weil ich zu dem Zeitpunkt schon gefühlte Stunden vor diesem Automaten stand und völlig frustriert war. Erst am nächsten Tag wagte ich einen neuen Versuch.
Dieses Mal löschte ich die Striche, die die Vokale langzieht. Wen interessiert schon mein Name, vor allem ein ausländischer, dessen Schreibweise gar nicht klar ist. Striche weg, Leerzeichen rein. Es hat geklappt. Nächster Schritt: Telefonnummer. Ich besitze bis zum heutigen Tag kein japanisches Handy und somit auch keine japanische Nummer. Wieder verließ ich frustriert den Laden. Sobald ich WLAN hatte, schrieb ich eine japanische Freundin an und fragte, ob ich ihre Nummer für den Kartenkauf verwenden dürfte. Jaja, kein Problem, geht natürlich klar. So, mein dritter Versuch gelang mir dann auch endlich. Also. Wenn ihr Karten kaufen wollt, solltet ihr einen kurzen Namen haben und auch eine japanische Telefonnumer bereit halten. Eine Karte kostet übrigens 1.000 Yen (ca. 7 Euro). Und falls hier jemand schreit, dass man die Karten doch auch über’s Internet reservieren kann – ja, diese Möglichkeit habe ich auch schon ausprobiert, aber irgendwie scheint man eine besondere LAWSON Kundenkarte oder irgendsoeinen Driss zu benötigen und um solch eine Karte zu beantragen, braucht man wieder Name, Adresse, Telefonnummer usw.

Ein sehr liebevoll gestaltetes Museum mit vielen sehenswerten Dingen. Ganz schön war der 15-minütige Kurzfilm (コロの大さんぽ, “Koros großer Spaziergang” oder sowas), der nur im Museum läuft und nirgendwo anders erhältlich ist. Es gibt insgesamt 9 solcher Filme und alle paar Monate wird ein anderer Film gezeigt. Echte hardcore Fans sind bestimmt schon mehrmals in das Museum gegangen, um sich alle Filme anzuschauen.

Leider kann ich keine Fotos vom Museum zeigen, da im Inneren des Gebäudes absolutes Kameraverbot herrscht. Der Grund lautet wie folgt:

The Ghibli Museum is a portal to a storybook world. As the main character in a story, we ask that you experience the Museum space with your own eyes and senses, instead of through a camera’s viewfinder. We ask that you make what you experienced in the Museum the special memory that you take home with you.