Island 2017

Island 2017 Illustration

Da ich kein besonders begnadeter Berichterstatter bin, werde ich nur ein bisschen zusammenhanglos von meiner letzten Reise erzählen.

Erstmal zu den Randinformationen, die uns diese Reise erst ermöglicht haben: Das liebe Geld. Folgendermaßen sahen die Reisekosten pro Person aus.
180€ für den Flug.
90€ für die zentral in Reykjavik gelegene airbnb Unterkunft.
70€ für den Mietwagen.
Wohlbemerkt – wir waren zu viert unterwegs. 4 Tage und 3 Nächte, wobei der 4. Tag nur daraus bestand wieder zurück zum Flughafen zu fahren.

Am Abflugtag ging es schon gut los. Wie sollte man es auch anders erwarten, hatte die Deutsche Bahn mal wieder massive Verspätungen am Start. Gut, dass wir einen Puffer von einer Stunde eingebaut haben, denn wir wissen ja alle wie katastrophal die Zustände dieses Unternehmens sind. Der Regionalexpress von Bonn nach Düsseldorf Flughafen zeigte eine Verspätung von 60 Minuten an. Da die Warterei unzumutbar war und uns keiner garantieren konnte, dass sie überhaupt mal ankommt, haben wir uns entschieden eine alternative Bahn nach Köln zu nehmen und von dort mit einer Umsteigezeit von gerade mal 2 Minuten einen anderen Regionalexpress zu nehmen, blabla. Letztendlich ging alles gut, auch wenn uns dieser Umweg tatsächlich 60 Minuten gekostet hat. Ob wir mit der verspäteten Bahn auch noch rechtzeitig angekommen wären – das werde ich wohl niemals herausfinden.

Der Direktflug ging ca. 3:30 Stunden und war mit airberlin recht erträglich. Von Beinkomfort kann ich mit meinen langen Beinen leider gar nicht schwärmen. Es ist immer wieder ein pain in the ass mit dem Flugzeug zu fliegen. Jedes Mal habe ich das Gefühl, dass man mir die Knie in die Oberschenkel hineinpresst. Kaum stieg ich aus dem Flugzeug drückte noch mein Gehirn gegen die Schädelwand. Ich entwickle so schnell Kopfschmerzen. Wahrscheinlich lautet die Diagnose Gehirntumor. Oder einfach Migräne. Meistens hilft ein starker Kaffee. Vielleicht entstammen die Kopfschmerzen aber auch aus meinem Koffeinentzug. Bin ich süchtig nach Kaffee?

Erstmal mit der VISA Karte einheimisches Geld abheben, damit man sich auch mal was gönnen kann. In Island kann man sich eigentlich gar nicht so viel gönnen. Schaut man sich die Preise mal an, könnten einem die Augen rausfallen. Während wir auf unsere weiteren zwei Reisebegleiter gewartet haben, habe ich versucht mir die Kopfschmerzen aus der Birne zu massieren. Hat nicht funktioniert. Meine große Hoffnung lag in der Blauen Lagune. Vielleicht kann die heiße Therme ja die Schmerzen ausradieren. Denn die war unser erstes Ziel!

Es dauerte ein wenig bis wir den Mietwagenverleih am Flughafen gefunden haben. Und wir verfuhren uns als wir unterwegs zur Blauen Lagune waren. Schlaumeier on the road. Da man feste Uhrzeiten für den Besuch bucht, bringt es auch nichts früher da zu sein, so wie in unserem Fall. Die eine Stunde Wartezeit haben wir im Café mit völlig überteuerten Snacks verbracht. Jeder hat für ein Baguettesandwich knappe 11€ hingeblättert. Kleine Randbemerkung: Diese belegten Sandwiches haben wir im hiesigen Supermarkt “Bonus” entdeckt. Einfach 3x so günstig.
Auch wenn 50€ Eintritt recht pricey sind, lohnt es sich schon mal so eine heiße Quelle zu besuchen. Sicherlich gibt es andere schöne Alternativen, aber die sind mir in Island nicht bekannt. Im Preis inkludiert ist noch eine Silica Mud Gesichtsmaske, die nach Eiern stinkt. Meine Kopfschmerzen waren übrigens nach dem 2-stündigen Besuch der heißen Quelle einigermaßen fort.

Die nächsten Tage verbrachten wir die meiste Zeit im Mietwagen und haben die schöne Landschaft begutachtet. Hier ein paar Fotos.

 

Das Wetter spielte am ersten Tage nicht besonders gut mit. Es regnete den ganzen Tag und leider musste ich feststellen, dass meine Jacke nicht besonders regenfest ist. Was soll’s, ich habe es überlebt ohne krank zu werden.

Kommunikation mit den Isländern funktioniert reibungslos mit Englisch.
Ich trinke ja gerne Milch. Mich interessiert der Milchgeschmack in anderen Ländern. Bisher habe ich die beste Milch in Japan getrunken. Hier in Deutschland find ich sie nicht besonders genießbar, da sie in meinen Worten “kotzig” schmeckt. Jedenfalls war diese Reise natürlich ein guter Anlass die einheimische Milch zu probieren. Wir standen im bereits erwähnten Supermarkt in einem Kühlraum, wo sich alle möglichen gekühlten Produkte befinden. Einfach mal ein begehbarer Kühlschrank im Supermarkt. Die Auswahl an Milchsorten war ein wenig überwältigend. Ebenso überwältigend war meine Ahnungslosigkeit der isländischen Begriffe. Also habe ich eine isländische Dame gefragt, ob sie mir erklären könnte, was ich da gerade in der Hand halte. Es war Sahne. Sie hatte noch ihre vermutlich 15-jährige Tochter zum Einkaufen mitgenommen, die unsere Konversation mitbekommen hat. Einige Minuten später nachdem ich mit ihrer Mutter das kurze Gespräch beendet hatte, kam sie auf mich zu und fragte, ob ich denn weitere Hilfe benötigen würde. Voll nett! Die logischste Schlussfolgerung darauf ist natürlich, dass Isländer besser erzogen sind und besser Englisch können (Vorsicht. Nicht ernst nehmen).

Fazit: Voll schön! Polarlichter haben wir leider nicht gesehen, aber vielleicht schaffen wir das ja bei einer nächsten Reise dorthin.

4 Replies

  • Ich fand deine Berichte zum Japan-Aufenthalt grandios, der ist auch lesenswert geworden. Ich brauche keine Beschreibung von irgendwelchen Sehenswürdigkeiten, sondern mich interessieren die persönlichen Eindrücke von Mensch und Umgebung. Hast du sehr gut verpackt da oben. :-)

    weiter so, がんばって

  • Irland? Sind das nicht rechtslenker – also die Autos? ;)

    Schön geschrieben ;) Ich vermisse allerdings die Berichtszeiträume, in denen du dich ganz dem Bier gewidmet hast.

  • @reg: Vielen Dank! Das freut mich wirklich sehr, dass du beim Lesen Spaß hattest :)

    @ed: Haha, das wäre es noch gewesen auf der falschen Straßenseite zu fahren.
    Poah ja, das waren noch Zeiten. Mein Alkoholkonsum hat sich drastisch verringert. Ich glaube aber das hat auch seine guten Seiten. lol

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